Kaum ein Thema erzeugt so viel Hoffnung und so viel schlechtes Gewissen wie dieses. Fisch, Nüsse, Olivenöl, Beeren, grünes Gemüse — angeblich gut für das Gehirn. Und im Umkehrschluss: Wer Pflaumenkuchen isst, tut angeblich etwas falsch.
Lassen Sie mich das gerade rücken, denn hier wird viel Druck erzeugt, der nicht nötig ist.
Das Wichtigste zuerst
Menschen mit Demenz haben keine speziellen Energie- und Nährstoffbedarfe gegenüber anderen älteren Menschen. Es gibt keine Demenz-Diät und kein Lebensmittel, das den Verlauf aufhält.
Was gilt, gilt für alle älteren Menschen: Eine ausgewogene Kost mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten sowie mageren, eiweißreichen Lebensmitteln ist zu empfehlen — sie tut dem gesamten Körper gut und kann auch die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen.
Die entscheidende Weiche: Wird genug gegessen?
Alles Weitere hängt an einer einzigen Frage. Und die Antworten fallen fast gegensätzlich aus — das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber Angehörige verwirren.
| Situation | Was gilt |
|---|---|
| Es wird ausreichend gegessen, das Gewicht ist stabil | Ganz normale, ausgewogene Ernährung wie für alle älteren Menschen. Viel Gemüse und Obst, Vollkorn, ausreichend Eiweiß, genug Flüssigkeit. Kein Grund für Sonderregeln. |
| Es wird zu wenig gegessen, das Gewicht sinkt | Jetzt zählt zuerst, dass überhaupt gegessen wird. Das Angebot soll genügend Energie und Nährstoffe liefern und Vorlieben, Wünsche und Gewohnheiten berücksichtigen. Anreichern ist ausdrücklich erwünscht. |
Anders gesagt: Ein Ernährungsratschlag ohne Blick auf das Gewicht ist wertlos. Wer stabil ist, darf ausgewogen essen. Wer abnimmt, darf und soll alles essen, was schmeckt und Energie liefert.
Was ist mit Nahrungsergänzung und Trinknahrung?
Beides kann sinnvoll sein — zum Beispiel, um einen Mangel an Vitamin D, Vitamin B12 oder Omega-3-Fettsäuren auszugleichen. Aber: Das gehört ärztlich besprochen, nicht im Drogeriemarkt entschieden. Sinnvoll ist eine Ergänzung, wenn ein Mangel tatsächlich vorliegt oder die Zufuhr sicher zu gering ist. Als Ersatz für Mahlzeiten taugt sie nicht: Trinknahrung ersetzt keine Gemeinschaft am Tisch, und genau die wirkt am stärksten.
Und die Beeren, der Fisch, das Olivenöl?
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gesundheit — auch dann, wenn bereits eine Demenz besteht. Das ist gut belegt und ein vernünftiger Grund, weiterhin auf gutes Essen zu achten. Was daraus nicht folgt: dass ein bestimmtes Lebensmittel eine bestehende Demenz aufhält. Wer Ihnen das verspricht, verkauft Ihnen etwas.