Kann man Demenz vorbeugen?
Seit Giselas Diagnose geht Anja eine Frage nicht mehr aus dem Kopf: „Meine Mutter hat Demenz — bekomme ich sie dann auch?" Diese Sorge ist verständlich. Und sie hat eine überraschend ermutigende Antwort.
Fachleute schätzen, dass rund 45 % des Demenzrisikos mit beeinflussbaren Faktoren im Lebensstil und in der Gesundheit zusammenhängen (große internationale Auswertung, Lancet-Kommission 2024). Das heißt nicht, dass sich jede Demenz verhindern lässt — aber wir haben mehr in der Hand, als lange gedacht.
Nie zu früh, nie zu spät. Am meisten bewirkt man in der Lebensmitte (etwa ab 40) — genau da steht Anja. Aber auch im höheren Alter lohnt sich jeder Schritt: Bewegung, gutes Hören und Kontakte wirken bis ins hohe Alter. Deshalb profitiert auch Werner mit 82.
- Vorbeugen ist keine Garantie. Manches — das Alter, ein Teil der Erbanlagen — lässt sich nicht ändern. Vorbeugen senkt das Risiko, es schließt Demenz nicht aus.
- Niemand ist schuld. Wer trotz gesunder Lebensweise erkrankt, hat nichts falsch gemacht. Es geht um Chancen, nicht um Vorwürfe.
Und noch etwas: Dieselben Gewohnheiten, die vorbeugen, tun auch Gisela gut. Bewegung, gutes Essen und Gemeinschaft steigern ihr Wohlbefinden und können den Verlauf günstig beeinflussen. Vorbeugen und Begleiten gehen Hand in Hand.
