Delir: die gefährliche Verwirrtheit
Ein Delir ist eine akute, plötzlich einsetzende Verwirrtheit — im Krankenhaus häufig, gerade nach Operationen. Es ist nicht dasselbe wie die Demenz und kein „Schlimmerwerden" der Demenz, sondern ein eigener, oft behandelbarer Zustand. Früh erkannt, bildet es sich meist wieder zurück.
- Plötzlich und neu: Die Verwirrung kommt über Stunden, nicht über Monate — „sie ist auf einmal ganz anders".
- Schwankend: mal klarer, mal sehr verwirrt; oft abends und nachts schlimmer.
- Zwei Gesichter: entweder unruhig (zerrt an Schläuchen, will aufstehen, ängstlich) oder auffällig teilnahmslos und schläfrig.
- Manchmal Trugbilder, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, nicht mehr richtig erreichbar.
Ein Delir ist ein ernsthafter medizinischer Zustand. Sagen Sie dem Personal sofort Bescheid, wenn sich Gisela plötzlich verändert — verlassen Sie sich nicht auf „das ist nur die Demenz". Ursachen wie Infekt, Schmerzen, Medikamente, Flüssigkeitsmangel lassen sich oft behandeln. Als Angehörige erkennen Sie die plötzliche Veränderung am besten.
Was Sie selbst tun können: Brille und Hörgerät aufsetzen, für Orientierung sorgen (Tageslicht, Uhr, vertraute Dinge, ruhig ansprechen), ans Trinken erinnern, für Ruhe und Schlaf sorgen — und einfach da sein. Vertrautheit ist die beste Medizin gegen die Angst.
