Mit Demenz ins KrankenhausModul 1: Gut vorbereitet ins KrankenhausLektion 3
Lektion 3 von 6
0:00 Lektion anhören
🎯
Lernziel: Sie wissen, was im Notfall sofort griffbereit sein muss — damit im Ernstfall nichts fehlt.

Der Notfall: das Wichtigste sofort dabei

Ein Sturz, ein Kreislaufzusammenbruch — im Notfall bleibt keine Zeit zum Suchen und Packen. Wer vorbereitet ist, hat das Wichtigste in einem Griff beisammen. Das entlastet Sie und hilft dem Rettungsdienst.

iDie Notfallmappe — an einem festen Ort

Legen Sie eine Notfallmappe an einem bekannten Ort bereit (z. B. an der Wohnungstür oder am Kühlschrank). Hinein gehören:

  • Kopie der Versichertenkarte, aktueller Medikamentenplan, Allergien und Diagnosen.
  • Kopien von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung (mit Hinweis, wo die Originale liegen).
  • Kontaktdaten der Angehörigen und Bevollmächtigten.
  • Ein kurzer Hinweis „Diese Person hat eine Demenz" — mit Tipps, wie man sie anspricht und beruhigt.
!Sagen Sie es sofort

Das Wichtigste in Sekunden: Sagen Sie dem Rettungsdienst und in der Notaufnahme gleich zu Beginn, dass eine Demenz vorliegt. Nur dann kann das Team richtig reagieren — ruhig sprechen, Zeit geben, die Verwirrung nicht als „Widerstand" missverstehen. Eine Notfallkarte im Portemonnaie („Ich habe Demenz, bitte Kontakt: …") hilft, wenn Sie einmal nicht dabei sind.

Und: Fahren Sie nach Möglichkeit mit oder kommen Sie rasch nach. Ihre vertraute Anwesenheit ist im Notfall die beste Beruhigung für Gisela.

📋Die nächtliche Rettung

Gisela stürzt nachts. Der Rettungswagen ist schnell da. Werner sucht panisch nach Medikamentenplan und Ausweis, findet nichts, vergisst vor Aufregung die Brille — und die Sanitäter wissen nicht, dass Gisela eine Demenz hat.

Was hätte diese Situation entschärft?

Übung

Was hätte Werner im Notfall am meisten geholfen?

Kerstin Bergmann, Demenznetz
Fachliche Einordnung · Frau Bergmann

Werner, diese Panik kennt fast jeder — und sie ist vermeidbar. Richten Sie einmal in Ruhe eine Notfallmappe ein und legen Sie sie an einen festen Ort, den auch Anja kennt. Dann greifen Sie im Ernstfall nur zu. Und der eine Satz „Meine Frau hat eine Demenz" ist im Notfall Gold wert — er verändert, wie das Team mit Gisela spricht und umgeht. Kommen Sie vorbei, wir richten die Mappe gemeinsam ein und geben Ihnen eine Notfallkarte fürs Portemonnaie.

Zusammenfassung
  • Notfallmappe an festem Ort: Karte, Medikamentenplan, Vollmacht/Verfügung, Kontakte.
  • Ein Hinweis „Diese Person hat eine Demenz" gehört unbedingt hinein.
  • Rettungsdienst und Notaufnahme sofort über die Demenz informieren.
  • Nach Möglichkeit mitfahren oder rasch nachkommen.

Wissenscheck

Man sollte die Demenz im Krankenhaus besser verschweigen.