Demenz verstehenModul 2: Verstehen und begleitenLektion 6
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Lernziel: Sie wissen, welche Unterstützung es gibt und wo Sie im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Rat und Entlastung finden.

Hilfe vor Ort — Sie sind nicht allein

Lange hat Werner versucht, alles allein zu schaffen — bis die Kräfte nachließen. Anja hat schließlich zum Hörer gegriffen und beim Pflegestützpunkt angerufen. Was sich dabei zeigte: Es gibt mehr Unterstützung, als die beiden dachten.

Eine Demenz begleitet man nicht allein — und man muss es auch nicht. Wer früh Unterstützung annimmt, bleibt länger kraftvoll. Das ist keine Schwäche, sondern kluge Fürsorge: für den erkrankten Menschen und für sich selbst.

iDiese Unterstützung gibt es
  • Beratung — kostenfrei und vertraulich, zu Diagnose, Alltag, Recht und Leistungen.
  • Selbsthilfe- und Angehörigengruppen — Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben.
  • Betreuungs- und Entlastungsangebote — stundenweise Begleitung, damit Sie durchatmen können.
  • Schulungen und Kurse — wie dieser hier, für mehr Sicherheit im Umgang.
iSachsen-Anhalt handelt: Ihr Recht auf Unterstützung

Sie stehen nicht nur mit dem Demenznetz nicht allein — auch das Land steht hinter Ihnen. Sachsen-Anhalt ist von Demenz besonders betroffen (rund 56.000 Menschen leben hier damit) und hat 2025 erstmals eine landesweite Demenzstrategie beschlossen.

Ein eigener Schwerpunkt gilt ausdrücklich der Unterstützung von Familien: wohnortnahe, kostenlose Beratung, Selbsthilfe und Austausch sowie Schulungen für Angehörige — unabhängig vom Wohnort. Als landesweite Anlaufstelle bündelt das Landeskompetenzzentrum Demenz Sachsen-Anhalt Wissen und Angebote (demenz-sachsen-anhalt.de).

Für Sie heißt das: Unterstützung anzunehmen ist kein Almosen, sondern ein Angebot, das Ihnen zusteht. Das Demenznetz Anhalt-Bitterfeld ist genau diese wohnortnahe Anlaufstelle bei Ihnen vor Ort.

Ihr Netzwerk in der Region

Das Demenznetz Anhalt-Bitterfeld verbindet Beratung, Pflege, Selbsthilfe und Ehrenamt — kostenfrei und vor Ort. Anlaufstellen in Ihrer Nähe, Termine und die Beratungstour finden Sie unter:

demenz-abi.de

Und denken Sie an sich: Pausen, eigene Kontakte und kleine Auszeiten sind kein Luxus. Nur wer selbst Kraft schöpft, kann dauerhaft begleiten.

Anja telefoniert und macht sich Notizen Mit Künstlicher Intelligenz erstellt – AI generated
Ein Anruf beim Pflegestützpunkt — und plötzlich ist die Familie nicht mehr allein.
Anja Radtke-Möller

„Ich hätte viel früher anrufen sollen. Nach dem Gespräch hatte ich zum ersten Mal das Gefühl: Wir schaffen das — aber eben nicht allein.“

Anja, 52

📋Familie Radtke holt Hilfe

Beim ersten Beratungsgespräch stellt sich heraus: Es gibt eine Entlastungsleistung und eine Angehörigengruppe im Nachbarort. Werner ist skeptisch, Anja erleichtert.

Wie sehen Sie es? Warum lohnt es sich, Hilfe frühzeitig statt erst in der Erschöpfung zu suchen?

Übung

Welche Aussage passt zur Selbstfürsorge von Angehörigen?

Kerstin Bergmann, Demenznetz
Fachliche Einordnung · Frau Bergmann

Wer früh Hilfe annimmt, verhindert die große Erschöpfung — und bleibt der Mensch, der begleiten kann. Werners Skepsis ist normal; oft hilft ein erster kleiner Schritt, etwa ein unverbindliches Beratungsgespräch. Sie haben diesen Kurs abgeschlossen — das ist bereits so ein Schritt. Bleiben Sie mit uns in Kontakt: Sie sind nicht allein.

Zusammenfassung
  • Niemand muss eine Demenz allein begleiten.
  • Es gibt Beratung, Selbsthilfe, Entlastung und Kurse — meist kostenfrei.
  • Frühe Hilfe bewahrt Kraft; Selbstfürsorge gehört dazu.
  • In der Region verbindet das Demenznetz Anhalt-Bitterfeld die Angebote: demenz-abi.de

Wissenscheck

Angehörige sollten Unterstützung möglichst erst dann suchen, wenn sie gar nicht mehr können.

Das war Episode 1. Familie Radtke geht ihren Weg weiter — und Sie begleiten sie.