Essen und Trinken bei Demenz · Glossar

Glossar

Die Fachbegriffe aus diesem Kurs, kurz und ohne Fachsprache erklärt.

Anreichern

Kleine Mengen energiereicher machen, ohne die Portion zu vergrößern — etwa mit Sahne, Butter, Crème fraîche, vollfettem Käse oder Öl. Sinnvoll, wenn zu wenig gegessen wird.

Delir

Ein akuter Verwirrtheitszustand, der sich innerhalb von Stunden bis Tagen entwickelt. Häufig ausgelöst durch Infekte, Medikamente, Schmerzen oder Flüssigkeitsmangel. Behandelbar — aber ein Grund, zeitnah ärztliche Hilfe zu holen.

Dysphagie

Fachbegriff für eine Schluckstörung. Der fein abgestimmte Ablauf, der Nahrung sicher an der Luftröhre vorbeiführt, gerät durcheinander. Gehört ärztlich und logopädisch abgeklärt.

Eat by walking

Essen in Bewegung: Bei starkem Bewegungsdrang werden kleine, gut greifbare Häppchen angeboten, die unterwegs gegessen werden können. Auch in Pflegeeinrichtungen üblich.

Fingerfood

Speisen, die sich ohne Besteck mit den Händen essen lassen. Keine Notlösung, sondern ein Weg, selbstständiges Essen zu erhalten.

Frontotemporale Demenz (FTD)

Seltenere Demenzform, bei der Verhaltensänderungen im Vordergrund stehen. Ein unkontrollierbarer Appetit mit starker Vorliebe für Süßes gehört zu den typischen Frühsymptomen.

Logopädie

Fachrichtung für Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Untersucht bei Verdacht auf eine Dysphagie den Schluckvorgang und legt fest, welche Konsistenzen sicher sind. Wird ärztlich verordnet.

Mangelernährung

Zustand, in dem dem Körper dauerhaft zu wenig Energie oder Nährstoffe zur Verfügung stehen. Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent in drei Monaten gilt als Warnzeichen.

Personenzentrierte Haltung

Nach Tom Kitwood: Der Mensch mit Demenz bleibt eine Person mit Biografie, Gefühlen und Würde. Nicht das Defizit steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch.

Trinknahrung

Industriell hergestellte, energie- und nährstoffreiche Getränke. Als Ergänzung bei zu geringer Nahrungsaufnahme sinnvoll — nach ärztlicher Absprache und nicht als Mahlzeitenersatz.

Validation

Haltung im Umgang mit Menschen mit Demenz: Die Wirklichkeit der anderen Person wird anerkannt statt korrigiert. In drei Schritten: Gefühl benennen — nicht widersprechen — etwas anbieten.