Wohnformen im ÜberblickModul 1: Zu Hause wohnen bleibenLektion 3
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Lernziel: Sie erkennen, wann zu Hause zusätzliche Hilfe oder ein Wechsel sinnvoll wird — und welche Zwischenschritte es gibt.

Wenn zu Hause allein nicht mehr reicht

Es kann einen Punkt geben, an dem die Kräfte oder die Sicherheit nicht mehr ausreichen. Das früh zu erkennen ist wichtig — nicht um aufzugeben, sondern um rechtzeitig gut nachzusteuern.

iAnzeichen, dass mehr Hilfe nötig wird
  • Sicherheit: häufige Stürze, nächtliches Umherlaufen, die Wohnung verlassen und den Rückweg nicht finden, Herd oder Wasser vergessen.
  • Versorgung: Mahlzeiten oder Medikamente werden vergessen, Körperpflege gelingt nicht mehr.
  • Überlastung der Angehörigen: ständige Erschöpfung, keine Nächte mehr durchschlafen, eigene Gesundheit leidet.

Bevor ein Umzug ansteht, gibt es viele Zwischenschritte, um länger zu Hause zu bleiben:

Mehr Hilfe nach Hause holen
  • Ambulanter Pflegedienst — mehr Einsätze, auch mehrmals täglich.
  • Tagespflege — Betreuung tagsüber, Entlastung für die Angehörigen.
  • Alltagsbegleitung & Betreuungsgruppen — über den Entlastungsbetrag.
  • Betreuungskräfte im Haushalt — z. B. eine stundenweise oder rund um die Uhr wohnende Kraft. Wichtig: nur über seriöse, legale Vermittlung und mit Beratung — hier gibt es rechtliche Fallstricke.

Erst wenn diese Bausteine nicht mehr reichen, wird eine andere Wohnform zum Thema — darum geht es im nächsten Modul.

📋Werner am Ende der Kraft

Gisela steht nachts oft auf und will „nach Hause". Werner schläft seit Wochen kaum, ist erschöpft und gereizt — will aber „durchhalten".

Was ist jetzt dran? Wie sollte Werner reagieren?

Übung

Werner ist durch die nächtliche Unruhe völlig erschöpft. Was ist sinnvoll?

Kerstin Bergmann, Demenznetz
Fachliche Einordnung · Frau Bergmann

Werners Erschöpfung ist ein ernstes Warnsignal — für ihn und für Gisela. „Durchhalten" führt oft in die Krise. Besser jetzt gegensteuern: Tagespflege für die Entlastung am Tag, mehr Pflegedienst, vielleicht eine Kurzzeitpflege, damit Werner sich erholt. Und lassen Sie uns über die nächtliche Unruhe sprechen — dafür gibt es Ansätze. Oft trägt zu Hause danach wieder. Und wenn nicht, ist ein Wechsel kein Versagen, sondern Fürsorge.

Zusammenfassung
  • Anzeichen ernst nehmen: Sicherheit, Versorgung, Erschöpfung der Angehörigen.
  • Erst Zwischenschritte nutzen: mehr Pflegedienst, Tagespflege, Betreuung.
  • Betreuungskräfte im Haushalt nur über seriöse, legale Wege.
  • Ein Wechsel der Wohnform ist kein Versagen, sondern Fürsorge.

Wissenscheck

Anhaltende Erschöpfung der pflegenden Angehörigen ist ein Grund, jetzt zusätzliche Hilfe zu holen.