Demenz mit 55? Was frühe Demenz bedeutet
Petra ist 55, arbeitet gern in der Verwaltung, hat einen Mann und eine Tochter in der Schule. Seit einiger Zeit passieren ihr Fehler bei der Arbeit, sie verliert Worte und vergisst Termine. „Das ist der Stress", denkt sie, „vielleicht die Wechseljahre." Dass es eine Demenz sein könnte, kommt ihr nicht in den Sinn — sie ist doch viel zu jung.
Von einer frühen Demenz oder Demenz im Erwerbsalter spricht man, wenn die Erkrankung vor dem 65. Lebensjahr beginnt. Das ist seltener als im hohen Alter, aber keineswegs die Ausnahme: In Deutschland leben schätzungsweise mehrere zehntausend Menschen unter 65 mit einer Demenz.
Warum sie besonders ist: Betroffene stehen mitten im Leben — im Beruf, mit Kindern, mit finanziellen Verpflichtungen und meist körperlich fit. Das macht die Situation anders als bei hochbetagten Menschen.
- Andere Formen sind häufiger: Auch Alzheimer kommt vor, aber die frontotemporale Demenz (die zuerst Verhalten und Persönlichkeit verändert) ist bei Jüngeren vergleichsweise häufiger.
- Untypische erste Zeichen: nicht immer das Gedächtnis — manchmal Wesensänderung, Wortfindung, Konzentration oder das Sehen.
- Volle Verantwortung: Job, Kinder, Kredit — die Diagnose trifft in einer sehr fordernden Lebensphase.
Das ist ein Schock, und viele fühlen sich sehr allein — „niemand in meinem Alter hat so etwas". Doch: Sie sind nicht allein, es gibt Hilfe, und auch mit einer frühen Demenz kann man ein gutes Leben führen. Genau darum geht es in diesem Kurs.
